Provider und verschiedene Verbände sprachen ein heikles Thema an, die Router-Freiheit in Deutschland. Seit 2016 haben Verbraucher das Recht den Router zu nutzen, den sie wollen. Diese Freiheit wollen die Provider wieder einschränken.

Wissenswert: Seit 2016 ist im Telekommunikationsgesetz festgelegt, dass es keinen Routerzwang mehr geben darf. Der Kunde darf seit der Gesetzesänderung einen eigenen Router wählen, da laut Telekommunikationsgesetz das Netz des Providers nur bis zur Anschlussdose geht. Vier Provider-Verbände sind da anderer Meinung. Sie behaupten, dass dieses Gesetz gegen europäische Vorgaben verstößt. Des Weiteren führen Sie aus, dass sich die Routerfreiheit negativ in Sachen Glasfaserausbau auswirken wird. Was die Bundesnetzagentur zu dieser Forderung sagt ist bis jetzt noch offen.

Fakt ist, seit dem der Routerzwang abgeschafft wurde, haben Provider keine Verantwortung mehr für die Sicherheit und Service der Hardware. So entschied sich ein Kunde von Unitymedia dafür ein eigenes Gerät zu verwenden. Zwar gab es anfangs noch Installationsprobleme, jedoch schien alles in Butter zu sein. Die Betonung liegt dabei auf „schien“, denn nur wenige Zeit später bekam der Kunde eine Warnmail von seinem Router. Ein Hacker hatte das Gerät gekapert und mehr als 400 Anrufe zu teuren Bezahldiensten getätigt. Der Kunden ließ sofort seinen Anschluss sperren und erstattete Anzeige. Kurz darauf bekam er von seinem Provider eine Rechnung von mehreren tausenden Euros. Aufgrund seines Widerspruchs bekam er vom Provider die Information bzw. den Hinweis, dass der Kunde selbst für die Routersicherheit verantwortlich ist. Der Kunde hatte zwar bei dem Provider teure Bezahldienste sperren lassen, die Sperre kam aber aufgrund eines Missverständnisses nicht zustande. Eine weitere Lücke war, dass der Kunde keine Updates des Routers durchführte, weil er fürchtete, dass es erneut zu Verbindungsproblemen kommen würde.

Zwar stand es in den Geschäftsbedingungen des Providers, dass die Firmware-Updates zum Schließen der Sicherheitslücken in der Verantwortung des Kunden liegen, doch ein Rechtsanwalt sieht diese Vertragspassage der AGB als äußerst zweifelhaft an. Laut dessen Meinung darf der Provider seinen Kunden keine Pflichten auflegen, die diese nicht einhalten können. Im Zweifelsfall muss das per Gerichtsentscheidung geklärt werden. In diesem besonderen Fall war das aber nicht nötig, denn der betroffene Provider prüfte die Umstände noch einmal und zeigte sich gegen über dem Kunden kulant.